Privatbahn ohne Namen.


Meine Weineggbahn hat in allen Epochen ihr spezifisches Erscheinungsbild. Auch die beiden Neustädter Kreisbahnen in H0m und H0e kommen wiedererkennbar daher. Und auch die allermeisten Privatbahnen im Original sind darauf erpicht sich optisch von den Mitbewerbern abzugrenzen. Aber warum nicht eine Privarbahn, deren Rollmaterialbestand keinen optischen Vorgaben folgt? Die wahrscheinlich einfach dieses Rollmaterial zusammenkauft, das für den Betrieb nützlich, preislich erschwinglich und in brauchbarem Zustand ist?


Mit verschiedenen Modellen, die sich bei mir tummeln, habe ich versucht eine solche Bahngesellschaft darzustellen.
Fangen wir bei der Lokomotive an, dem wahrscheinlich wichtigsten Werkzeug einer Bahngesellschaft. Dazu habe ich auf das Modell der Henschel DH 500 Ca von Ade zurückgegriffen. Diese Loks im klassischen, blaugrauen Farbkeid wurden in grosser Stückzahl gebaut und waren überall zwischen Norwergen und Sizilien bei Werks- und Privatbahnen im Einsatz. Somit die ideale Lok für ein solches Projekt.


Natürliche braucht meine Privatbahn ohne Namen auch Personenwagen. In Österreich wurden nach dem zweiten Weltkrieg alte Personenwagen mit finanziell überschaubarem Aufwand auf ein Niveau gebracht, damit sie weitere Jahrzehnte ihrer Funktion gerecht werden konnten. Die dabei erstandenen, sogenannten Spantenwagen könnten doch so ähnlich auch bei einer Privatbahn aus altbrauchbarem Rollmaterial neu aufgebaut worden sein. Diese beiden Modelle sind von Klein Modellbahn und ihr Vorbild fuhr genau in diesem Farbkeid bei einer Museumsbahn in Bayern; meines Wissens sind sie heute in Grün in den Niederlanden zuhause.


Einen gewöhnlichen, geschlossenen Güterwagen zum Gepäck- und Dienstwagen umzumodeln, das liegt schon fast auf der Hand. Wurde so von der DB praktiziert, von Roco als Modell umgesetzt und von dieser Privatbahn übernommen. (Die DB nahm die Pläne eines geschlossenen Güterwagen als Grundlage, solche Dienstwagen wurde neu aufgebaut.)


Ich bin der Überzeugung, dass sich das Resultat durchaus sehen lassen kann; ein optisch stimmiger Privatbahnzug irgendwo zwischen Epooche III und IV, der morgens, mittags und am Nachmittag eine Horde Schüler durch die Gegend kutschiert, das anfallende Stückgut und manchmal noch einen einsamen Eisenbahnfreund mitnimmt. 


Selbstverständlich sind auch Varianten davon möglich. Man könnte die Spantenwagen durch etwas anderes, oder durch solche in Grün austauschen. Die blaue Henschel könnte beispielsweise durch eine V36 ersetzt werden, und die Wahl des Gepäck- und Dienstwagens lässt auch unzählige Varianten zu. Und falls es auf einem Modell eine Beschriftung oder ein Signet haben sollte, das ganz und gar nicht ins Konzept passt, HIER habe ich vor langer Zeit beschrieben, wie man unter Umständen Abhilfe leisten kann.
Ein Plädoyer für die eigene Privatbahn! Sie erlaubt es, das fahren zu lassen, was gefällt, man kann in vielerlei Hinsicht der Fantasie freien Lauf lassen, und sind wir ehrlich: eine noch so detailgetreue Umsetzung des Vorbilds ist immer ein riesiger Kompromiss. 



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