Holz isch heimelig.

Oder für die Leser dieses Blogs, die des Schweizerdeutschen weniger mächtig sind: Holz ist gemütlich. Was allerdings wiederum nur bedingt auf diese Modelle hier zutrifft, die ich mir vor rund sechzehn Jahren erstanden habe, bestehen diese doch hauptsächlich aus Kunststoff und einigen Teilen aus Metall.

Holz ist heimelig und darum habe ich mir dieses Set wahrscheinlich damals erstanden, sind doch viele skandinavische Personenwagen älteren Jahrgangs aus sichtbarem Holz gefertigt. Ich dachte mir, dass ich diese drei Modelle mit einem zugedrückten Auge prima in einem skandinavischen Personenzug verwenden könnte. Mit ihrem kurzen Achsabstand machen sie zudem einen richtig kleinbahnigen Eindruck.

Nein, geht leider nicht; dazu haben sie in ihrem gesamten Erscheinen einen zu österreichisch-ungarischen k. u. k.-Touch. Was aber keinesfalls heissen soll, dass sich Brawa bei der Konstruktion der Modelle keine Mühe gegeben hat, denn alle drei kommen optisch einwandfrei daher. (Ob allerdings jedes noch so kleine Detail so umgesetzt wurde, dass es jedem Nietenzähler und Pufferküsser in den Kram passt, ist mir bekanntlich weniger wichtig.)

Beim VORBILD handelt es sich um sogenannte Wiener Stadtbahnwagen, welche an Übergang des neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhunderts in stattlicher Anzahl gebaut wurden. Der verlinkte Wikipedia-Beitrag ist dermassen ausführlich verfasst, da hiesse es Eulen nach Athen tragen, wenn ich näher darauf eingehen würde.


Konnte man aus meinen Ausführungen schon herauslesen, dass ich mit diesem Kauf nicht ganz glücklich bin? Stimmt. Es war eine jener Anschaffungen, die ich spontan getätigt habe, nach dem ich das Angebot in der Auslage eines Modellbahn-Händlers erspähte. Bei einem Kaufentscheid mit etwas längerer Vorlaufzeit und besserer Planung hätte ich wahrscheinlich eher das Set 45637 mit den farblich zur Weineggbahn passenden Wagen erstanden. Wenn den überhaupt.

Es sind allerdings wieder Modelle, zu denen das passende Triebfahrzeug fehlt, und da ich keinerlei Bezug zu österreichischen Eisenbahnen in der Epoche II habe, wird dies auch so bleiben. Während des Schreibens dieser Zeilen hatte ich dann diesen Geistesblitz: Was wäre, wenn ich diese Wagen mit einer einsamen Lokomotive in meiner Sammlung kombinieren würde, die ebenfalls sehr ansehnlich ist und nichts zu schleppen hat.

Ich entschuldige mich hiermit in aller Form bei den Freunden und Anverwandten derjenigen Follower mit nietenzählerischen Neigungen, welche die Betrachtung des folgenden Bilds nicht überlebt haben. Aber sie waren doch eigentlich vorgewarnt, und ich persönlich bin der Ansicht, dass ein solcher Zug aus dem britischen TOBY und den Wiener Stadtbahnwagen doch durchaus irgendwo in England den Anschluss eines vornehmen Seebads an das Netz der British Railway hätte herstellen können. Somit: „Hippity hip hooray und Servus!“




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