Für Güter die Bahn…
… dies war der Werbespruch der SBB in den Siebzigerjahren, und er wurde gross, leserlich und in Gelb auf Scheibetüren von geschlossenen Güterwagen gepinselt. Weil dieser Wahlspruch nicht nur für die ehemaligen Staatsbahnen seine Gültigkeit hat, speziell seit die länderübergreifend Wagen-Pools der Deregulierung geopfert wurden, hatten und haben einige Privatbahnen bunte Güterwagen im Bestand.
Da die meisten Güterwagen ja heute eigentlich Privatunternehmen gehören und nur an den Benutzter vermietet werden, sind eigentlich fast alle Güterwagen heutzutage „Privatbahnwagen“; allerdings weniger im Weineggbahn-Sinn.
Das erste Modell ist in seiner Farbgebung kaum zu übersehen. Ich glaube das war Absicht, weshalb „HÄFEN UND GÜTERVERKEHR KÖLN“ diesen Wagen und seine Brüder und Schwestern dermassen grell lackiert hat. Wahrscheinlich handelt es sich beim Vorbild nämlich um einen Baudienstwagen, und solche sind mit Vorteil gut sichtbar.
Das Modell wurde in grauer Vorzeit von Roco als Farbvariante hergestellt, da ich dazu aber keine Verpackung mehr habe - geschweige denn weitere Informationen - kann ich auch nicht mehr zu diesem Modell und seinem Vorbild beitragen.
Was dieses Modell mit anderen Modellen in lichten Farben gemeinsam hat: Gussgranulat in hellen Farben scheint aufgrund der Farbpigment schwer herzustellen zu sein. Die Modelle - wenn sie denn nicht im enstprechenden Farbton lackiert sind - hinterlassen leider oft einen sehr nach Kunststoff aussehenden, eher billigen Eindruck. Dieses Problem haben wir auch bei meinen beiden ORANGEN SPANTENWAGEN von Klein Modellbahn.
Apropos Klein Modellbahn… (der helle Wahnsinn, diese Überleitung!) Von diesem leider nicht mehr existierenden Hersteller aus Wien stammen die beiden nächsten Modelle. Diese beiden habe ich einzig und alleine darum erstanden, weil StLB auf den Seitenwänden steht. Und somit wäre der StLB-LEICHTSTAHLER eigentlich gar nicht so einsam, wenn es sich denn nicht einfach zwei Güterwagen handeln würde.
Einem ganz ähnlichen Wagen habe ich einmal in Weiz sogar einmal live Servus gesagt. Ob man sich bei Klein Modellbahnen bei der Umsetzung einige künstlerische Freiheitheiten genommen hat, oder ob die StLB genau diesen Wagentyp ebenfalls im Bestand hat, oder hatte weiss ich nicht. Ich habe sie ja bekanntlich nur gekauft, weil StLB auf den Seitenwänden steht.
Und diese Anschriften sind meiner Meinung nach bemerkenswert. Die Anschriften wurden bei den Vorbildern offenbar mit SCHABLONEN aufgebracht. Und bei Schablonen müssen innenliegende Flächen, die abgedeckt werden sollen, mit einer „Brücke“ am äusseren Teil der Schablone verbunden sein. Sie hinterlassen allerdings nach dem Schablonieren Stellen ohne Farbe, und solche Stellen wurden auf den Modellen nachgebildet; sowas gefällt mir.
Die nächsten beiden Wagen habe ich sozusagen vorausschauend-spekulativ erstanden. Allerdings waren und sind meine seherischen Fähigkeiten weniger zuverlässig als angenommen. Die MBC in der Suisse Romandie legte sich solche Wagen zu, damit sie Kies damit aus einer Kiesgrube an ihrer Meterspurstrecke zuerst auf Rollschemmeln nach Morges transportieren und dann über die Normalspur-Gleise zu einem Betonwerk bringen kann. Für den Verkehr auf der SBB-Strecke kaufte man sich eine Re 4/4“.
Und ich dachte, wenn Tillig schon diese schönen Kieswagen auf den Markt bringt, wird sich Roco wahrscheinlich dazu entschliessen, die passende Lokomotive in Form einer Re 4/4“ beizusteuern. Denn für das entsprechend Modell wären die Formen vorhanden. Und ich lag falsch; ganz falsch. Das Modell erschien nie.
Von Liliput gäbe es übrigens noch die passenden Aushubwagen, welchen ebenfalls in diesen Zügen eingereiht sind; allerdings auch nicht mit den passiven Anschriften. Tja, da habe ich mich wohl etwas verspekuliert. Nicht weiter schlimm, die beiden Kieswagen gefallen mir trotzdem.
Aber wer weiss, vielleicht wird ja mal noch etwas mit einer MBC-Re 4/4“ und den Aushubwagen; es wäre jedenfalls ein richtiger und einmaliger Privatbahn-Güterzug.





















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