Riesig
Eigentlich sind in Weinegg eher kleine Lokomotiven unterwegs, handelt es sich ja bei der Weineggbahn auch um eine Kleinbahn. Nichtsdestotrotz haben sich über die Jahre das eine oder andere Modell in die Sammlung eingeschlichen, dessen Vorbild für die Weineggbahn überdimensioniert ist.
Zum Beispiel dieses Modell hier von Kato. Es hat eine der ehemaligen Am 6/6 der SBB zum Vorbild, sechs absolute Exoten im Bestand der Schweizerischen Bundesbahnen, welche spätestens 2020 dem Wertstoff-Kreislauf zugeführt wurden.
Auch wenn sie als Notnagel für den Betrieb dienen sollten, wenn einmal der elektrische Betrieb auf Hauptstrecken nicht möglich sein sollte, waren diese sechs Ungetüme fast ausschliesslich damit beschäftigt im Rangierbahnhof Limmattal Güterzüge über den Ablaufberg zu schieben, und als Normalsterblicher bekam man sie bestenfalls aus dem Zug zu sehen, wenn dieser dem Rangierbahnhof parallel entlang fuhr.
Weshalb entschied sich die Firma Bänninger aus Winterthur - die damals die Schweizer Vertretung für so manchen Modellbahnhersteller inne hatte - bei Kato in Japan ein Modell dieser Lokomotive im Massstab 1:87 herstellen zu lassen? Abgesehen davon, dass man viele Teile für die Modelle der Ee 6/6 II übernehmen konnte, sprach eigentlich nichts dafür. Zumal es sich bei den Ee 6/6 II gleichfalls um Exoten handelte.
Ob es daran lag, dass sich die Modellbahner nicht gerade wie eine Horde hungriger Wölfe auf dieses Modell stürzten, oder dass Bänninger eine riesige Menge Modelle abnehmen musste, weiss ich nicht. Jedenfalls waren die Modelle von Am 6/6 und ihre elektrischen Schwestern noch recht lange in guter Qualität zu vernünftigen Preisen erhältlich.
Als dieses Modell in den Achtzigern auf den Markt kam, war ich nicht mehr der zeitgenössischen Bahn zugetan und musste mir darum eine moderne Am 6/6 mein Eigen nennen. Den Kauf habe ich keinesfalls bereut, stand doch Kato damals für das Nonplusultra für detailliert Modelle mit ausgezeichneten Antrieben.
Aber eben: Weineggbahn-tauglich ist dieses sechsachsige Monster nur bedingt, darum hatte sie wahrscheinlich auch noch nie einen Auftritt im Weineggbahn-Blog. Ich vermute, die Auftritte werden sich auch in Zukunft micht häufen. Trotzdem möchte ich dieses über dreissig Jahre alte und schön umgesetzte Modell in meiner Sammlung nicht missen, auch wenn in den letzten Jahrzehnten die eine oder andere Griffstange abhanden geklungen ist. Ich glaube, ich muss mich im Bastelladen nach Messingdraht umsehen.
Bei der Recherche zu diesem Post habe ich ein lustiges Detail entdeckt. Das Vorbild meiner Flåmsbanen-Lok ist bezüglich ihres technischen Innenlebens mit der Am 6/6 recht nah verwandt.
Dieses Bild stammt von HIER















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