Blau-beige
Sachzwänge im Erwerbsleben, das kennen wir wohl alle zur Genüge. Dass es - in meinem Fall - auch Sachzwänge modellbahnerischen Ursprungs geben kann, illustriert dieser Post. Ein ganzer Rattenschwanz von Sachzwängen!
Wagen in blau und beige. So sah die Deutsche Bundesbahn zur Zeit meiner Jugend aus. Ob ich irgendwo gleich hinter der Grenze zur Schweiz, oder ganz weit weg nördlich von Hamburg den würzigen Duft von Diesel-Abgasen einatmet, ich war mit grosser Wahrscheinlichkeit in einem dieser klassischen DB-Schnellzugwagen unterwegs. Innen oft etwas miefig und die Sitzpolster staubig und ausgesessen, aussen blau und beige angemalt.
Doch, ein Zug aus solchen Wagen als Modell wäre eigentlich schon etwas. Da sie erstens nicht unbedingt zu den Dingen passen, die ich um alles in der Welt haben muss, und zweitens ein ganzer Zug eine Stange Geld gekostet hätte, ist es beim „wäre eigentlich“ geblieben. Bis… Genau, bis vor einigen Jahren am Stand von ACME an einer Messe ein solcher als „B-Ware“ zu einem ganz anständigen Preis feilgeboten wurde. Ich konnte keinen wirklichen sichtbaren Fehler erkennen, weshalb ich in erstand.
Und damit fing es an. Und es wurde an einer späteren Ausgabe einer solchen Veranstaltung nicht besser, denn ich hatte mit einen zweiten Wagen aus dem „B-Ware“-Körbchen des selben Produzenten erstanden. Ein Zweiteklasse-Wagen und einer der ebenfalls noch Abteile erster Klasse aufwies, sehen zwar chic aus, aber machen nach meinem Geschmack noch keinen richtigen Zug aus.
Es fehlte meiner Meinung nach noch eine Möglichkeit sperriges Gepäck, Stückgut und weiss der Teufel was mitzuführen. Und wie es der Zufall wollte - oder der Business-Plan von ACME - lässt dieser Produzent aus Bella Milano in China auch noch passende Wagen zweiter Klasse mit Gepäckabteil herstellen.
Und hier sind wir beim Sachzwang. Beim Ersten. Weil ich für den blau-beigen DB-Zug unbedingt einen solchen Wagen haben musste, konnte ich mich nicht mehr auf das Glück verlassen, einen solchen an einer Messe im „B-Ware“-Körbchen an einer Messe zu entdecken. (Meine Vorahnung sagt mir allerdings, dass es solche Wagen an den nächsten Messen verbilligt angeboten werden.) Wegen dem „Ich-muss-unbedingt-haben“-Zwang bestellte ich mir den dritten, fehlenden Wagen beim Fachhändler. Und konnte ihn letztens holen.
Ja, so muss er aussehen, ein Zug der Deutschen Bundesbahn, wie ich ihn von vielen Abenteuern in Erinnerung habe. Gut, wahrscheinlich bestanden diese Züge aus mehr, als nur drei Wagen… Nein! Halt! Stopp! Es wird aus Platzgründen bei diesen drei Wagen bleiben. Punkt. Ein Wagen zweiter Klasse, einer mit Abteilen erster und zweiter Klasse, und noch ein Wagen, mit einem zusätzlichen Gepäckabteil. Es ist nämlich ein sehr schöner Zug.
Besteht ein schöner Zug nur aus Personenwagen? Gehört da nicht eigentlich noch eine Lokomotive davor? Ihr saudummen Sachzwänge, ihr verfluchten!.. (ich habe nämlich tatsächlich fast keine passende Lok für diesen Zug… 🙂)















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