WEINEGGBAHN: Die Lokomotiven
Während es im ERSTEN POST dieser Serie um einen kurzen Abriss rund um meine Weineggbahn ging, geht es diesmal um die beiden Dieselloks, ohne die gar nichts laufen würde. Und zu denen es einiges zu erzählen gibt.
Die Weineggbahn besitzt zwei Diesellokomotiven, die den Güterverkehr abwickeln, aber auch die vereinzelten Personenzüge befördern, wenn der TRIEBWAGEN (Text folgt) mit dem Andrang überfordert ist. Oder zwecks Revision und Unterhalt im Depot bleiben muss.
Als es die letzten Dampflokomotiven ablösen galt, stand fest, dass man nur schon aus finanziellen Gründen keine grossen, stattlichen Diesellokomotiven anschaffen kann. Für die anfallenden Aufgaben genügte ein kleines Modell.
Man machte sich also auf die Suche nach einer passenden Lok. Und man wurde bei MaK im fernen Kiel fündig: dort bot man kleine, wendige Lokomotivchen an, die über die für die Weineggbahn durchaus ausreichende Leistung von 177kW verfügen, und so konstruiert sind, dass sie auch in der einfach ausstaffierten Werkstätte der Weineggbahn unterhalten werden können.
Zwei Lokomotiven sollten es sein. Eine für den täglichen Betrieb und eine als Reserve, oder für extra anfallende Leistungen. Mit zwei Maschinen wäre man in der Lage gewesen, die Dampflokomotiven definitiv ausser Betrieb zu nehmen. Die Hausfrauen an der Strecke hätten das Ende der Dampfloks an den Waschtagen bestimmt auch begrüsst. (Sorry, damals war es üblich, dass sich nur die Frauen um die Wäsche kümmerten… 😉)
Doch das liebe Geld! Es war bei der Weineggbahn schon nie in rauen Mengen vorhanden, und zu diesem Zeitpunkt hatte man definitiv nicht genug davon auf der Bank, damit man gleich zwei Lokomotiven hätte bestellen können.
Also begnügte man sich zuerst einmal auf eine Lokomotive der Baureihe 240 C von MaK, hatte aber eine Option für eine zweite, identische Maschine ausgehandelt. Irgendwann im Jahr 1955 oder 1956 wurde die brandneue Lok aus Kiel abgeliefert. Sie war mit D 13 beschriftet, wurde aber in allen amtlichen Dokumenten, den nationalen Gepflogenheiten entsprechend, als Em 3/3 13 geführt. Die Weinegger sind so geerdet, dass sie kein Problem mit der Nummer 13 hatten.
Die kleine Lokomotive bewährte sich vorzüglich. Speziell das Lokpersonal war von ihr begeistert, genügte es doch, sich bei Dienstende die Hände zu waschen; das Abschrubben von Kohle und Russ von allen exponierten Körperteilen entfiel eben beim saubereren Dienst auf einer Diesellok. Zudem konnte der Heizer abends auch noch auf einen weiteren Jass im Leuen bleiben, musste er doch nicht mehr in aller herrgottsfrühe raus, um die Dampflok anzuheizen.
Einige Jahre später konnte dank grosszügigen Subventionen durch Bund und Kanton eine weitere Diesellok angeschafft werden. Weil man bekanntlich bei der Bestellung von D 13 damals mit MaK eine Option für eine zweite Lokomotive ausgehandelt hatte und mit der D 13 sehr zufrieden war, ging die Bestellung wieder nach Kiel.
Dort hatte man in der Zwischenzeit das äussere Design etwas überarbeitet und offerierte ein Modell mit einem anderen Führerhaus. Statt über die Umlaufbleche an den Vorbauten, gelangte man beim aktuellen Modell über eine Leiter direkt in den Führerstand. In Weinegg entschied man sich für diese Variante.
Weshalb die neue Lok als D 12 beschriftet wurde, die ältere aber mit D 13 angeschrieben ist, wird gerüchteweise damit begründet, dass man in der Fabrik keine Schilder mit logischeren der Bezeichnung D 14 vorrätig hatte.
DIE MODELLE: Wann und wo mir das erste Modell der MaK 240 C begegnete, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiss aber noch, dass Burmester aus Schleswig-Holstein das Modell angekündigt hatte. Diese Firma gab dann leider die Produktion auf, und ein Teil davon wurde von Real Modell übernommen. Dort bestellte ich meine beiden Modelle - genau wie beim „Vorbild“ einige Jahre auseinander; die D 13 ebenfalls vor der D 12.
Die beiden Modelle sind ab Werk mit Sounddecodern ausgerüstet. Und weisen wie alle Fahrzeuge der Weineggbahn, mit Ausnahme des Triebwagens, Kadee-Kupplungen auf.
Im NÄCHSTEN POST stelle ich die Personenwagen der Weineggbahn vor.

















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